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Gott ist Gott allein


C.H. Spurgeon über Psalm 86,8-13 - weitere Lesung: 1. Samuel 5,1-12 - ein Auszug aus "Besser als Gold - Andachten für jeden Tag" erschienen bei CLV

Es ist etwas Wunderbares, wenn Größe und Güte vereint sind; doch nur in Gottes Wesen finden sich beide in Vollkommenheit. Welch Glück ist es für uns, dass in dem Herrn beides in gleichem Maß vorhanden ist! Groß, aber nicht gut zu sein, kann einen König zu einem Tyrannen machen; und gut, aber nicht groß zu sein, bringt unzählige Übel über seine Untertanen vonseiten ihrer auswärtigen Feinde. Somit wären beide Möglichkeiten schrecklich. Beide zusammen aber ergeben einen Herrscher, der seinem Volk Ruhe gibt und über den es sich freuen kann.

Weil Er gut ist, sagt man, dass Er zum Vergeben bereit ist; und weil Er groß ist, wirkt Er Wunder. Und wir können beides miteinander verbinden; denn kein Wunder ist so wunderbar wie die Vergebung unserer Übertretungen. Alles, was Gott tut oder schafft, ist voller Wunder; Er atmet aus, und den Wind umgibt Geheimnis; Er spricht, und der Donner setzt uns in Schrecken, selbst das gewöhnlichste Gänseblümchen ist staunenswert, und jeder Kieselstein zeigt Seine Weisheit. Nur für den Toren ist alles, was Gott gemacht hat, uninteressant. Für uns ist die Welt eine Welt voller Wunder.

»Du bist Gott, Du allein.« Einzig warst Du da, bevor Deine Geschöpfe waren; noch immer bist Du in Deiner Gottheit einzigartig; jetzt, wo Du Unmengen lebendiger Wesen geschaffen hast, und ewig wirst Du einzigartig bleiben; denn niemand kann sich mit Dir vergleichen. Wahre Frömmigkeit macht keine Kompromisse; sie erkennt weder Baal noch Dagon als Götter an; sie ist exklusiv und gibt dem Herrn alle Ehre; der HERR bedeutet ihr nicht weniger als alles. Die Liberalität, der sich gewisse Professoren moderner Denkungsart brüsten, sollte bei Menschen, die der Wahrheit glauben, nicht kultiviert werden.

»Philosophische Breite« zielt auf den Bau eines Pantheons (wörtl.: »allen Göttern«), doch wird es nur ein Pandämonium (wörtl.: »allen Dämonen«). Es ist nicht unsere Sache, bei solchem bösen Werk mitzumachen. Wir wollen zum Nutzen der Menschen wie auch zur Ehre Gottes ganz uneigennützig intolerant sein und die Menschheit nicht im Unklaren darüber lassen, was ihre Kompromisse wert sind: Nichts als Verrat an der Wahrheit!

Unseren Gott kann man nicht als eins von vielen guten und wahren Dingen anbeten, sondern einzig als Gott. Und Sein Evangelium darf nicht als eins von mehreren Rettungssystemen gepredigt werden, sondern als der einzige Weg zur Seligkeit. Lügen passen viele in einen normalen Dom; aber im Tempel der Wahrheit gibt es nur eine, unteilbare Anbetung. Aus dem schrecklichsten Tod und aus der tiefsten Entehrung hatte Gott David gerettet; denn seine Feinde hätten ihm noch mehr angetan, als ihn in die Hölle zu bringen, wären sie dazu in der Lage gewesen. Sein Sündenbewusstsein ließ ihn ebenfalls empfinden, dass der furchtbarste Untergang sein Teil geworden wäre, hätte nicht die Gnade eingegriffen; darum spricht er von der Errettung »aus dem Totenreich«. Der Psalmist hatte vor, bei den Lautesten mitzusingen, weil sein Bedarf an göttlicher Gnade zu den größten gehörte.

Zum Nachdenken: Gott ist fähig und willens zu helfen, und jedes Wesen auf dem Erdboden, das Hilfe empfängt, empfängt sie aus der Hand dessen, der allein Gott ist und den eines Tages alle als den einzigen Gott anerkennen werden. (J.J.S. Perowne)

Keiner von uns ist viel mehr als eine Ameise auf ihrem kleinen Hügel. Wenn jene winzige Ameise sich in ernsten Erwägungen über Staatsgeschäfte erginge und dabei vergäße, die Arbeiten des Ameisenhaufens zu erledigen, so wäre sie ein törichtes Geschöpf. Wenn sie aber die großen Dinge anderen überlässt und ihre Arbeit als Ameise tut, füllt sie ihren kleinen Wirkungskreis aus und entspricht der Absicht ihres Schöpfers.

Eine Mutter, die ihre Kleinen lehrt und alles tut, was sie kann, um sie in der Furcht Gottes zu erziehen; ein Prediger mit wenigen Menschen um sich her; eine Lehrerin mit ihrem Dutzend Kindern; eine stille christliche Frau in ihrem häuslichen Kreis, die ihr gottseliges Zeugnis ablegt; ein junger Mann, der zu anderen jungen Männern von Jesus spricht – es liegt in diesen Aufgabenbereichen nichts Ehrgeiziges, aber ein jeder handelt weise vor dem Herrn. Überlass die Zügel des Universums den Händen seines Schöpfers und dann tue, was Er dir zu tun gegeben hat, in Seiner Furcht und durch Seinen Geist, und es wird mehr dazukommen, als du zu hoffen wagst.

Wir gleichen jenen Korallentierchen, von denen jedes in den verborgenen Tiefen sein kleines Teilchen an dem Aufbau des Korallenfelsens liefert. Wir können mit den mächtigen Schlachtschiffen, die den Ozean durchqueren, den Kampf nicht aufnehmen, und doch, wer weiß? – wir können bauen und bauen, bis ein Riff entsteht, an dem die stolzesten Seefahrer Schiffbruch erleiden werden. Durch den beständigen, einfachen und redlichen Aufbau der Heiligkeit und der Wahrheit können wir – ohne jemand herauszufordern oder anzugreifen – eine Situation schaffen, welche der prahlerischen List der Falschheit und der Zweifelsucht des Unglaubens äußerst gefährlich wird.

Eine heilige, ernste Gemeinde ist eine große Zerstörerin des Aberglaubens und Unglaubens. Das Leben Gottes im Menschen, die Geduld im Leiden, das Ausharren im Wohltun, die Treue gegen die Wahrheit, das Gebet im Heiligen Geist, der Eifer um die Verherrlichung Gottes und der unerschütterliche Glaube an den Unsichtbaren – das sind unsere Streitäxte und Kriegswaffen, und durch die Hilfe des Heiligen Geistes werden wir den Sieg erringen, ehe der Tag zu Ende geht. Bis dahin führe uns, o Herr, wenn unser Herz verschmachtet, zu dem Felsen, der uns zu hoch ist. Amen.

(Aus "Heilig dem HERRN" von C.H.Spurgeon, erschienen bei CLV)


"So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der HERR." (Jeremia 9,22-23)