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Charles Haddon Spurgeon - "Unbedingte Übergabe" - eine Predigt gehalten am 30. Januar 1876, ein Auszug

"So seid nun Gott untertänig. (Jak.4,7) - Unterwerft euch Gott. (engl. Übersetzung)"

Dieser Rat sollte es nicht nötig haben, besonders eingeprägt zu werden. „Unterwerft euch Gott!“ - ist das nicht auf den ersten Blick richtig? Ist das nicht weise? Sagt das Gewissen uns nicht, daß wir uns unterwerfen sollten? Bezeugt nicht die Vernunft, daß es das Beste sei, dies zu tun? „Unterwerft euch Gott!“ Sollte nicht das Geschöpf dem Schöpfer untertänig sein, dem es sein Leben verdankt, ohne den es niemals dagewesen wäre und ohne dessen fortdauernden Willen es sofort aufhören würde, zu sein? Unser Schöpfer ist unendlich gut und sein Wille ist Liebe; sich jemandem zu unterwerfen, der „zu weise ist, um zu irren, und zu gut, um unfreundlich zu sein“ sollte nicht hart sein. Wenn er ein Tyrann wäre, so möchte es mutig sein, Widerstand zu leisten, aber da er ein Vater ist, so ist es undankbar, sich zu empören. Er kann nichts tun, was nicht vollkommen gerecht ist, und er wird auch nichts tun, was sich mit den besten Interessen unseres Geschlechtes nicht vertrüge; ihm widerstehen heißt deshalb, gegen unseren eigenen Vorteil streiten und, gleich dem ungezähmten Stier, zu unserem eigenen Schaden wider den Stachel löcken. „Unterwerft euch Gott“ - das ist es, was Engel tun, was Könige und Propheten getan haben, was die besten der Menschen mit Freuden tun - es ist deshalb weder Unehre noch Schmerz darin.

Die ganze Natur ist seinen Gesetzen untertänig; Sonnen und Sterne gehorchen seinem Befehl, wir werden nur im Einklang mit dem ganzen Weltall sein, wenn wir uns williger seiner Herrschaft beugen. „Unterwerft euch Gott“ - ihr müßt dies tun, ob ihr dazu bereit seid oder nicht. Wer kann gegen den Allmächtigen Stand halten? Wenn sich der kleine Mensch dem Herrn entgegensetzt, so ist das, als wenn die Spreu sich in Schlachtordnung gegen den Wind aufstellte oder Werg Krieg führen wollte mit der Flamme. Der Mensch mag genausogut versuchen, die Flut des Ozeans zurück zu wenden oder den Gang der himmlischen Heere aufzuhalten, wie wähnen, den Allmächtigen überwinden zu können. Dem ewigen Gott kann kein Widerstand geleistet werden, und jede Empörung gegen seine Herrschaft muß in gänzlicher Niederlage enden. 'Durch den Mund seines Knechtes Jesaja fordert der Herr seine Feinde heraus, indem er spricht: „Wer wird die Dornen und Disteln gegen mich in die Schlacht führen? Ich wollte durch sie hindurch gehen und wollte sie zusammen verbrennen.“ (Jes. 27,4 engl. Übersetzung). Gott wird sicher seine Gegner stürzen; er mag in seiner unendlichen Geduld dem Aufrührer gestatten, eine Weile in seiner Empörung zu verharren, aber so wahr der Herr lebt, wird er jedes Knie zwingen, vor ihm sich zu beugen, und jede Zunge, zu bekennen, daß er der lebendige Gott ist. „Unterwerft euch Gott.“

Wer wollte es nicht tun, da sich nicht zu unterwerfen jetzt Schaden und am Ende Tod bringt? Wenn wir uns dem Höchsten entgegenstellen, so muß unser Widerstreben zur Niederlage und zum Verderben führen, denn die Gegner des Herrn werden sein wie das Fette vom Widder, in Rauch sollen sie verzehrt werden. Für den, der seinem Schöpfer widerstrebt, bleibt nur ein schreckliches Warten des Gerichtes und die furchtbare Vergeltung der ewigen Strafe. Wer will so tollkühn sein, dies herauszufordern?

Ich habe Menschen gekannt, die ihre Leiber eher hätten verbrennen lassen, als sich Gott zu ergeben. Ihr Hochmut hat lange Zeit dem Höchsten widerstanden, und sie sind kleine Pharao gewesen, bis der Herr sie zur Besinnung gebracht hat. „Muß ich nachgeben, muß ich mich zu seinen Füßen beugen?“ Sie konnten solche Demütigung nicht ertragen. Wenn das Evangelium ihren Stolz geduldet hätte und ihnen ein wenig Verdienst gelassen, hätten sie es mit Freuden angenommen; aber in den Staub geworfen zu werden und ihr eigenes Nichts bekennen zu müssen, das konnten sie nicht tragen. „Unterwerft euch!“ ist Wermut und Galle für hochmütige Sünder, dennoch müssen sie den Kelch trinken oder sterben. Hört also, ihr Trotzigen, ihr könnt niemals selig werden, es sei denn, daß ihr euch unterwerft - und wenn ihr selig werdet, so wird einer der Hauptpunkte in eurem Heil der sein, daß ihr euch unterworfen habt. Ich möchte euch eine kleine Wahrheit ins Ohr flüstern, und ich bete, daß sie euch aufschrecken möchte: Ihr unterwerft euch eben jetzt! Du sagst: „Ich nicht, ich bin mein eigener Herr!“

Ich weiß, daß du das glaubst, aber die ganze Zeit über unterwirfst du dich dem Teufel. Der Vers, den wir vor uns haben, deutet dies an: „So seid nun Gott untertänig; widerstehet dem Teufel, so fliehet er von euch.“ Wenn ihr euch nicht Gott unterwerft, so werdet ihr niemals dem Teufel widerstehen, sondern beständig unter seiner tyrannischen Gewalt bleiben. Wer soll euer Herr sein, Gott oder der Teufel, denn einer von beiden muß es sein. Kein Mensch ist ohne einen Herrn: die eine oder die andere Macht ist vorherrschend in uns, entweder das Gute oder das Böse ist das Höchste in unserem Herzen; und wenn wir uns nicht von dem Guten regieren lassen wollen, so hat das Böse schon die Überhand gewonnen.

„Wie soll ich mich den unterwerfen,“ sagt jemand: Wem soll ich mich unterwerfen und in welcher Hinsicht? Nun wohl, zuerst unterwirf dich, wenn du selig werden willst, dem Wort Gottes. Glaube, daß es wahr ist. Wenn du es für wahr hältst, so unterwirf dich seiner Macht. Klagt es dich an? Bekenne die Anklage. Verdammt es dich? Erkenne dich als schuldig. Hält es dir eine Hoffnung vor? Ergreife sie. Befiehlt es dir? Gehorche. Führt es dich? Folge. Ermuntert es dich? Glaube. Unterwirf dich ihm, der sich in diesem heiligen Buch als der Heiland aller derer darstellt, die die Waffen ihrer Empörung niederwerfen wollen und ihren fruchtlosen Krieg beenden, indem sie sich auf seine Macht, sie zu erretten, verlassen.

Unterwirf dich danach deinem Gewissen. Du hast mit deinem Gewissen gezankt und dieses mit dir. Es besteht darauf, zu reden und du wünschtest, es möchte schweigen. Nach den Zerstreuungen, in der Stille, die nach einem Sturm schlechter Vergnügungen kommt, wird eine Stimme gehört, die spricht: „Ist dies recht? Ist dies gefahrlos? Wird dies dauern? Was wird das Ende hiervon sein? Würde es nicht besser sein, etwas Besseres und Edleres als dieses zu suchen?“ Gott spricht oft zu dem Menschen durch die leise, sanfte Stimme des Gewissens. Öffne dann dein Ohr und horche. Dein Gewissen kann dich nicht verletzen; es mag dich beunruhigen, aber es ist gut, beunruhigt zu werden, wenn der Friede zum Tod führt. Der war ein Narr, der den wachsamen Hund tötete, weil er ihn störte, als die Diebe in sein Haus einbrachen. Wenn dein Gewissen dir etwas vorwirft, fühle den Vorwurf und beachte den Tadel. Es ist dein bester Freund; treu gemeint sind seine freundschaftlichen Verwundungen, aber die Küsse eines schmeichelnden Feindes sind trügerisch.

Gott sendet auch viele Boten. Einigen von euch hat er die liebevollsten Warner zugesandt, hört auf ihr Mahnungen und beachtet ihre freundlichen Warnungen, denn sie meinen es gut mit eurer Seele. Ist es schwer, Sohn, ist es schwer, dich zu unterwerfen, wenn die Botschaft aus dem liebenden Mund der Mutter kommt, wenn ihre Tränen jedes Wort benetzen, das sie spricht? Es muß für einige von euch schwierig gewesen sein in euren jungen Tagen, gegen einer Mutter Flehen Stand zu halten, wenn sie euch nicht nur zum Himmel wies, sondern auf dem Weg selbst voranging; nicht nur von Jesus sprach, sondern auch seine Liebe in ihrem täglichen Wandeln und Handeln widerspiegelte. Du hast eine Schwester, junger Mann, die du liebst und achtest; du kannst kaum sagen, welch ein Gegenstand der Bewunderung sie für dich ist. Nun, jenen Brief von ihr, über den du scherztest; du fühltest ihn dennoch. Gib seinen rührenden Bitten nach, gib seinem liebevollen Flehen nach. Bedenke, Gott hat andere Boten, die er senden wird, wenn diese freundlichen nicht genügen. Er wird dir bald eine ernstere Vorladung senden. Wenn du auf das sanfte Wort nicht hörst, auf die leise, freundliche Stimme, so kann er die strengeren Boten, die Boten der Krankheit und des Todes schicken. Sei nicht so töricht, ihn dazu anzureizen.

Noch mehr, unterwerft euch Gott, da er euch vielleicht seine Boten in ernsterer Gestalt schon gesandt hat. Vor ein paar Tagen erst verlorst du deinen alten Freund. Manchen vergnügten Tag hattet ihr zusammen verbracht, und manche lustige Nacht dazu; er war anscheinend eben so gesund wie du, aber er wurde niedergestreckt, und du folgtest ihm zum Grab. Spricht keine Stimme aus der frischen Gruft zu dir? Mir scheint, dein Freund in seinem plötzlichen Ende war eine Warnung für dich, zu einem gleichen Hinscheiden bereit zu sein. Du hast selbst auch an warnenden Krankheitssymptomen gelitten; vielleicht bist du wirklich krank gewesen und hast da liegen müssen, wo deine einzige Aussicht die Ewigkeit war; eine furchtbare Ewigkeit, die auf dich wartete. Du zitterst, in sie hinein zu blicken, aber sogar der Ton in der Stimme deines Arztes zwang dich, es zu tun. Du fürchtetest, diesen Körper verlassen zu müssen, und du konntest nicht umhin, dir zu sagen: Wohin soll ich fliehen? Mein nackter Geist, wohin muß er gehen, wenn er einmal die warme Umhüllung dieses Hauses von Erde verläßt?

Es ist nicht den zehnten Teil so sehr meine Sache, als es die deinige ist, - aber ich beschwöre dich, höre die Stimme dieser Schickungen; achte auf diesen ernsten Ruf. Der Engel des Todes hat an der Seite deines Bettes gestanden und dich bezeichnet und gesprochen: „Junger Mann, es ist dieses Mal das Fieber, und du magst genesen, aber das nächste Mal wirst du nicht wieder von dem Bette aufstehen, auf dem du liegst; oder, du bist diesmal vor einem schrecklichen Unglücksfall behütet worden, aber das nächste Mal wird kein Entrinnen für dich sein. Weil ich dies tun will, bereite dich, deinem Gott zu begegnen.“

Über alles, bitte ich euch, unterwerft euch den Einflüsterungen von Gottes Heiligem Geist, wenn ihr so etwas vernehmt. Gottes Heiliger Geist zieht nicht jeden Menschen auf gleiche Weise. Einige haben ihn so betrübt, daß er aufgehört hat, sie zu ziehen oder dies nur sehr selten tut, und dann widerstehen sie so seinem Zug, daß dieser niemals lange andauert. Der schlechteste Mensch, der lebt, hat seine besseren Augenblicke, der Sorgloseste hat einige ernste Gedanken; sie sind lichte Zwischenräume in dem Wahnsinn des fleischlichen Vergnügens. Zu solchen Zeiten hören die Menschen, was sie „ihr besseres Selbst“ nennen. Es ist aber nichts weniger als das. Ich nenne es lieber die allgemeinen Mahnungen des Geistes Gottes in ihren Seelen. Er spricht zu ihnen: „Ist das richtig? Ist das weise? Dieses Tändeln, dieses Zeittotschlagen, dieses Erniedrigen der Seele, wo du den sinnlichen Begierden erlaubst, zu herrschen, dieses Herabsinken des Menschen auf die Stufe des Viehs, kann das recht sein? Gibt es keine Ewigkeit? Gibt es keine Unsterblichkeit, keinen Gott, kein zukünftiges Gericht?“ Der Heilige Geist öffnet manchmal die Augen des Menschen, wie der die Augen Bileams auftat, und läßt ihn die Gewißheit des Gerichtstages und die Nähe seines Kommens erblicken. Er läßt den Menschen schon im Voraus den Posaunenton hören, der dieses Gericht ankündigt, das Kommen des Richters auf seinem großen, weißen Thron, das Versammeln der Lebendigen und der Toten, das Auftun der Bücher, das Teilen der Menge, das Wegtreiben der Böcke zu ihrer ewigen Strafe, und den Eingang der Gerechten in die ewige Freude.

O, wenn er euch alles dieses fühlen läßt, ich bitte euch, unterwerft euch dem. Es kostet einzelne Menschen sehr viel, verdammt zu werden. Mancher, der lästert und ungläubig redet, tut dies nur, um seinen inneren Kampf zu verbergen. Wie der Knabe, der pfeift, wenn er über den Friedhof geht, um seinen Mut aufrecht zu halten, reden sie Lästerungen, um ihre Seele von ihrer inneren Furcht abzuziehen. Der, der am trotzigsten in der Äußerung seines Unglaubens ist, ist nicht der größte Ungläubige. Wenn die Heiden ihre Kinder dem Moloch opferten, so schlugen sie ihre Trommeln, um das Geschrei der Opfer zu übertönen, und eben so machen diese Menschen einen großen Lärm, um die Stimmen des Gewissens zu übertönen. Der Mann weiß es besser, und ich bitte ihn dringend, dieses bessere Wissen in den Vordergrund treten und sich dadurch zu seinem Gott und Vater führen zu lassen. Es wird eine selige Sache für ihn sein, wenn das noch heute geschieht. „Unterwerft euch Gott.“

Wenn ihr euch wieder fragt: „In welcher Hinsicht soll ich mich unterwerfen?“ antworte ich, so kurz ich kann, zuerst: Unterwirf dich, indem du deine Sünde bekennst. Rufe Peccari. Beharre nicht in deinem Trotz und sprich nicht: „Ich habe nicht gesündigt.“ Dir wird nie vergeben, so lange dies der Fall ist. „Wer seine Missetat bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ Sünder, wähle eines von diesen zwei Dingen: Richte dich selbst oder werde von Gott gerichtet. Wenn du dich selbst richten und dich schuldig bekennen willst, dann will der große Richter dir Vergebung gewähren, aber nicht anders. Verdamme dich selbst und du wirst nicht verdammt werden. Bekenne, daß die Klage gegen dich wahr ist, denn wahr ist sie - und sie leugnen, heißt deine Verurteilung besiegeln.

Danach, ehre das Gesetz, das dich verurteilt. Beharre nicht dabei, Fehler daran zu finden und zu sagen, es sei zu streng und verlange zu viel von einem armen, fehlbaren Geschöpf. Das Gesetz ist heilig und gerecht und gut. Beuge deine Lippen nieder und küsse es, wenn es dich auch verdammt, und sprich: „Obwohl es mich der Schuld anklagt und mich tödlicher Sünde überführt, so ist es doch ein gutes Gesetz und darf nicht geändert werden, nicht einmal, um mich zu retten.“

Danach erkenne die Gerechtigkeit der Strafe an. Deine Sünde verdammt dich zur Hölle; sage nicht: „Gott ist zu streng, das ist eine Strafe, die nicht im Verhältnis zur Beleidigung steht.“ Dir wird niemals vergeben, wenn du so denkst. Gott wird jedoch in deiner Verdammung gerechtfertigt werden: der Stolz deines Herzens wird ein schneller Zeuge gegen dich sein. Bekenne mit deinem Herzen: „Wenn meine Seele in die Hölle geworfen würde, so wäre es nicht mehr , als ich verdiente.“ Wenn du die Schuld bekannt und das Gesetz geehrt und die Gerechtigkeit der Strafe zugestanden hast, dann näherst du dich dem Zustand, in dem Gott barmherzig gegen dich sein kann.

Unterwirf dich, Sünder - ich bitte dich, tu es jetzt - unterwirf dich Gott als deinem König. Wirf deine Waffen nieder; nimm den Helmbusch ab und tue diese Gewänder des Stolzes von dir. Übergib dich auf Gnade und Ungnade und sprich: „Herr Gott, ich erkenne dich jetzt als König an; ich will nicht länger wie der trotzige Pharao fragen: „Wer ist der Herr, dessen Stimme ich hören muß?“, sondern wie jemand, der zur Besinnung gebracht ist, unterwerfe ich mich, wie Vernunft und Gnade es raten.“ Es wird dir gut gehen, wenn du eine völlige Kapitulation machst, eine unbedingte Übergabe. Öffne weit die Tore der Stadt Menschenseele, und laß den Fürsten Immanuel ein, um als alleiniger Herrscher in jeder Straße der Stadt zu regieren. Bestreite nicht länger sein Herrscherrecht, sondern bete, daß er dich zu einem legalen, in allen Dingen gehorsamen Untertanen macht. Du wirst Gnade vor den Augen des Herrn finden, wenn du das tust.

Weiter, unterwirf dich Gottes Weise, dich selig zu machen. Gottes Weise ist, dich durch Gnade, nicht durch dein Verdienst, selig zu machen; durch das Blut Jesu, nicht durch deine Tränen und Leiden. Er will dich gerecht machen, wenn du jetzt einfach auf Jesus vertraust. Dein stolzes Herz bewundert nicht den Heilsweg des Herrn; du stehst auf und sagst: „Wie verträgt sich dies mit Sittlichkeit?“ Als wenn du der Hüter der Sittlichkeit wärst, als wenn der König des Himmels und der Erde nicht für die Sittlichkeit sorgen könnte ohne deinen Beistand. Wer bist du, daß du mit einem Mal der Vorkämpfer der Sittlichkeit wirst? Wie darfst du meinen, der dreimal heilige Gott werde dafür nicht Sorge tragen? Wenn du es nicht willst, so ist keine Hoffnung für dich; wenn du es willst, so bist du gerettet in dem Augenblick, wo du glaubst, von der Schuld der Sünde dadurch errettet zu sein, daß du auf Jesus vertraust.

Du mußt dich auch auf Gnade und Ungnade seiner Verfahrensweise mit dir unterwerfen. Einer sagt: „Ich würde an Jesus glauben, wenn ich das Grauen und Entsetzen fühlte, das einige um der Sünde willen empfunden haben.“ Was verlangst du, daß Gott dich durch Grauen und Entsetzen schleppen soll, ehe du glauben willst? Unterwirf dich dem, auf einem sanfteren Weg errettet zu werden. „Aber ich lese von einem,“ sagt ein anderer, „der einen Traum hatte; ich würde glauben, wenn ich auch eine Vision sähe.“ Muß Gott dir Träume geben? Muß er deinen Bedienten spielen und dich auf deine Weise erretten? Er sagt dir deutlich: „Wenn du an den Herrn Jesus Christus glaubst, so wirst du selig werden.“ Willst du glauben oder nicht? Denn wenn du es nicht tust, können weder Träume noch Visionen noch Entsetzen noch irgend etwas Anderes dich erretten. Da ist Gottes Weg, Sünder, ich frage dich, und vielleicht wird deine Antwort auf ewig dein Schicksal entscheiden, willst du diesem Weg folgen oder nicht?

Wenn du es nicht willst, so hast du dein eigenes Verderben erwählt; aber wenn du es willst und dich darin ergeben willst, durch Glauben an Jesus Christus selig zu werden, so steht es gut um dich. Ich weiß, es sind einige hier, deren Herzen nahe daran sind, zu zerspringen, denn ihr zerbrochener Geist sagt: „Ich ergebe mich sogleich. O, wenn er mich nur retten wollte!“ Wie froh bin ich, euch so sprechen zu hören, denn „dem Demütigen gibt er Gnade.“ Ich erinnere mich der Zeit, wo ich stand und zu Gott schrie: „O Gott, wenn ich auf einem Krankenbett liegen muß, bis ich sterbe, es ist mir einerlei, wenn du nur Erbarmen mit mir haben willst; wenn du nur meinen stolzen Willen besiegen willst und einen neuen Menschen aus mir machen, so magst du mit mir tun, was dir gefällt; nur errette mich von der Schuld und Macht der Sünde.“ Als der Herr mich so weit heruntergebracht hatte, da war es, wo er mich fähig machte, Leben und Seligkeit in Jesus Christus zu sehen; und wenn er dich zu diesem Punkt hinuntergebracht hat, Sünder, dann hast du nichts zu tun als dem Herrn Jesus Christus zu vertrauen, und du bist sicher errettet. Wenn er dich dahin bringt, dich zu unterwerfen, so hat er dir seine Gnade gegeben.

Unterwerfung unter seinen göttlichen Willen ist das Wesen des Heils. Nun, wer will sich ergeben? Wer will sich sofort ergeben? Der Meister ist unter uns getreten, der König selber ist hier, euer Schöpfer, euer Erlöser; seht die Zeichen seiner Wunden, seht die Male in seinen Händen, Füßen und seiner Seite! Er fragt dich: „Willst du dich mir unterwerfen? Willst du deine Waffen niederlegen? Willst du den Kampf beenden? Willst du dich auf Gnade und Ungnade ergeben?“ Wenn das so ist, so gibt er dir seine Hand und spricht: „Gehe hin in Frieden; es ist Frieden zwischen mir und dir!“ „Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommt auf dem Wege, denn sein Zorn wird bald anbrennen.“ Ich bat den Herrn, mir viele Seelen zu geben, und ich glaube, ich werde sie heute Morgen haben; ich fühle dies ganz sicher. Gewährt mir diese Gunst; wenn ihr euch Christus unterwerft, laßt mich davon hören, und zögert nicht, euch mit denen zu verbinden, die sich freuen, als Gefangene seiner Gnade im Triumph einher geführt zu werden. Amen.


"So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid! Fühlt euer Elend, trauert und heult! Euer Lachen verwandle sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit! Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen." (Jakobus 4,7-10)
 
"Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott und keiner sonst! Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Mund ist Gerechtigkeit hervorgegangen, ein Wort, das nicht zurückgenommen wird: Ja, mir soll sich jedes Knie beugen und jede Zunge schwören! Nur in dem HERRN, wird man von mir sagen, habe ich Gerechtigkeit und Stärke! Zu ihm wird man kommen; aber beschämt werden alle, die sich gegen ihn auflehnten. In dem HERRN wird gerechtfertigt werden und sich rühmen der ganze Same Israels."  (Jesaja 45,22-25)