Wo werden die Experten sein? (Anm. GA: Stichwort "Propheticon")
… zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi. (1. Petrus 1,7b)
Seid ihr bereit für die Erscheinung Jesu Christi, oder gehört ihr zu denen, die nur neugierig darauf sind, wie das sein wird? Ich möchte euch davor warnen, dass viele Prediger und Bibellehrer Gott eines Tages Rede und Antwort dafür stehen müssen, dass sie nur zu neugierigen Spekulationen über die Rückkehr Christi Mut gemacht haben, und dabei versäumten, auf die Notwendigkeit hinzuweisen, »Seine Erscheinung lieb zu haben!« Die Bibel hält nichts von dieser modernen Neugier, die mit der Heiligen Schrift spielt und nur eine leichtgläubige und einfältige Hörerschaft mit der »erstaunlichen« prophetischen Erkenntnis beeindruckt, die ein lehrender oder predigender Bruder zu besitzen scheint!
Mir fällt keine einzige Stelle im Neuen Testament ein, die von der Offenbarung, Sichtbarwerdung, Erscheinung oder Wiederkunft Christi redet, die nicht direkt verbunden ist mit unserem moralischen Verhalten, unserem Glauben und unserer praktischen Heiligung.
Die nochmalige Erscheinung des Herrn Jesus Christus auf dieser Erde ist kein Ereignis, das sich für neugierige Spekulationen eignet – und wenn wir nur das tun, sündigen wir. Der prophetische Lehrer, der sich in Spekulationen ergeht, um die Neugier seiner Hörer zu reizen, ohne dies mit moralischen Nutzanwendungen zu verbinden, sündigt sogar mit seinem Predigen!
Man kann es zu weit treiben
Er treibt es zu weit wie der Mensch, der die »Sixtinische Madonna « besser verstehen will und dazu ihre Zehen unter dem Mikroskop betrachtet. Man kann die Schönheit eines Bildes nicht begreifen, wenn man einen kleinen Teil mikroskopisch untersucht; man muss zurücktreten und das Ganze auf sich wirken lassen!
Genauso geht es mit der Bibel. Man kann durch Neugier oder Betonung dieser oder jener Nebensache in eine Sackgasse geraten und dabei die großen, deutlichen Linien der Wahrheit übersehen und dann auch nichts spüren von dem Einfluss, den die Hoffnung auf das Wiederkommen des Herrn auf unser tägliches Leben haben sollte! Das Wort Gottes ist uns nicht gegeben, nur um unsere Neugier in Bezug auf die Wiederkunft des Herrn auf diese Erde zu befriedigen, sondern um unseren Glauben und unsere geistliche Heiligung und unsere moralische Haltung zu stärken!
Als Paulus dem Timotheus seinen zweiten Brief schrieb, finden wir darin einige der kostbarsten und barmherzigsten Worte der ganzen Bibel: "Ich bezeuge eindringlich vor Gott und Christus Jesus, der Lebende und Tote richten wird, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen." (2. Timotheus 4,1-3a) Hier warnt der Apostel, unser Herr Jesus Christus werde Lebende und Tote richten, wenn Er erscheint, und dann verbindet er diese Erscheinung und das Gericht mit der ernsten Ermahnung, Timotheus solle das Wort predigen, sei es zu gelegener oder zu ungelegener Zeit.
"Etwas weiter unten schreibt der Apostel mehr über das, was geschehen wird, wenn Jesus Christus erscheint. Er schreibt: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt; fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir (als Belohnung) geben wird an jenem Tage; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben." (2. Timotheus 4,7-8)
Wer empfängt eine Krone?
Das ist deutlich gesagt, liebe Brüder: diejenigen, die Jesu Christi Erscheinen lieb haben, sind es, die eine Krone empfangen werden. Ich fürchte, wir denken heute allgemein viel zu wenig an Sein Wiederkommen. Warum verspüren so wenige Prediger die Notwendigkeit, über Sein zweites Kommen zu predigen? Warum überlassen die Pastoren das den Leuten, die mit ihren bunten Schautafeln und ihren Vorträgen mit den eigenartigen Auslegungen biblischer Prophetie über Land reisen?
Sollten wir nicht zu glauben wagen was der Apostel Johannes schreibt: »Wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist« (1. Johannes 3,2). Ihr Lieben, wir sind jetzt schon Söhne Gottes; denn wir glauben an den Sohn Gottes, Jesus Christus! Wir glauben an Ihn, und wir ruhen in Ihm, und doch ist noch nicht erschienen, was wir sein werden; doch wissen wir, dass, wenn Er erscheint, wenn Er sich uns enthüllt, wir Ihm gleich sein werden; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist!
Dann aber sagt Johannes klar und deutlich: »Jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist« (3,3). Jeder! Jeder, sagt er! Das steht in der Einzahl. »Jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.« Alle, die das Kommen des Herrn Jesus Christus erwarten und Augenblick für Augenblick mit Seinem Kommen rechnen und sich danach sehnen, die sind eifrig dabei, sich rein zu halten. Sie geben sich keinen neugierigen Spekulationen hin – sie sind damit beschäftigt, sich selbst zu reinigen!
Hier mag ein Bild hilfreich sein. Eine Hochzeit soll stattfinden, und die Braut wird geschmückt. Ihre Mutter ist nervös, und dann sind noch andere Verwandte und Helfer da, die alle ihr Bestes tun, damit die Braut auch richtig angezogen ist. Warum all dies hilfreiche Interesse, diese Mühe? Klar, die Braut und alle um sie herum wissen, dass sie bald ihrem Bräutigam begegnen wird, und dann muss alles bestens in Ordnung sein. Sie geht sogar sehr vorsichtig, damit nichts am Kleid und Schleier in Unordnung gerät. Sie bereitet sich vor, weil sie einen liebevollen Empfang erwartet und sich mit diesem Mann auf immer verbinden will. Nun sagt Johannes durch den Heiligen Geist, dass jeder, der solche Hoffnung hat, sich selbst reinigt und damit vorbereitet. Wie? So rein wie Er ist!
Kleide dich des Bräutigams würdig!
Die Braut möchte so gekleidet sein, dass sie dem Bräutigam gefällt, und das macht der Bräutigam genauso! Sollte nicht die Kirche Jesu Christi des Bräutigams würdig gekleidet sein, damit sie Ihm entspricht? Rein – wie Er rein ist? Wir sind uns sicher, dass die Erscheinung Jesu Christi stattfinden wird. Sie wird zu ihrer Zeit kommen. Es gibt viele, die meinen, das könne bald geschehen – dass nichts mehr auf Erden passieren muss, was Sein Kommen erst ermöglicht. Es wird das größte Ereignis der Weltgeschichte sein, außer Seinem ersten Kommen mit Seinem Sterben und Auferstehen. Darum dürfen wir wohl sagen, das zweitgrößte Ereignis der Weltgeschichte wird die Erscheinung Jesu Christi sein: »… den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, (über den) ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt« (1. Petrus 1,8).
Die Welt wird es nicht wissen; wer aber seine Hoffnung auf Ihn gesetzt hat, weiß es, weil er sich gereinigt hat, wie Er rein ist!
(aus "Muss man Gott fürchten?" von A.W. Tozer, erschienen bei CLV)


