Es geschieht etwas. In unserem Land ist ein Aufbruch und ich bin sicher, dass es Gottes Gnade ist, die noch einmal viele (junge) Menschen ruft. Aus persönlicher Erfahrung und vielen Kontakten mit echten Christen sehe ich wie unser HERR handelt. Durch seinen Geist geschieht Erneuerung und Wiedergeburt. Inmitten des großen Abfalls der breiten Ökumene und des Namenschristentums erhebt sich die Wahrheit des Wortes Gottes. Der Unterschied ist dabei deutlicher als je zuvor. Es ist jedoch nicht verwunderlich das – wie zu allen Zeiten bei Erweckungen – auch die alte Schlange ihr Haupt erhebt und vieles davon zu verderben versucht. Ich habe selbst damit zu kämpfen in Wachen und Gebet, damit diese uralten Listen keinen Einzug in mein Denken und Tun halten. Und weil ich weiß, wie schnell das geht, und wie lautlos und tötlich sich manche Veränderungen einschleichen, möchte ich euch (und mich) liebe Brüder und Schwestern davor warnen.
Ich war erstaunt über Bruder Paul Washers Aussage in seiner Predigt „Zehn Anklagen“ betreffs einer weltweiten Erweckung und dass das Gebet um diese bereits die erste Frucht davon ist. Ich bin sicher, dass viel Gebet um Erneuerung und Gnade für uns von unseren scheinbar schwachen Geschwistern in den materiell armen und Not leidenden Ländern kommt. Sie, die geistlichen Riesen, haben für uns, die geistlichen Zwerge gebetet, damit unser Glaube nicht aufhöre! Gott allein weiß was durch seine Gnade und ihr Gebet nun bei uns bewirkt wird. Dies sollte uns zutiefst beschämen und demütigen – uns die wir in materiellem Wohlstand und geistlicher Armut leben. Der HERR handelt, aber er handelt mit den Verachteten, denen die nichts sind, die von der Welt für nichts geachtet werden (1. Kor.1,18-31). Die, die weder bei der Regierung noch bei großen Organisationen bekannt sind. Und da bin ich auch schon bei dem Punkt über den ich mit euch reden möchte:
"Denn dies ist unser Ruhm: das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir in Einfalt und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in göttlicher Gnade gewandelt sind in der Welt, besonders aber bei euch. Denn wir schreiben euch nichts anderes, als was ihr lest oder auch erkennt; ich hoffe aber, dass ihr [uns] auch vollständig erkennen werdet, wie ihr uns zum Teil schon erkannt habt, nämlich dass wir euch zum Ruhm gereichen, so wie auch ihr uns, am Tag des Herrn Jesus." (2. Korinther 1,12-14)
"Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen. Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus." (2. Korinther 11,2-3)
Liebe Geschwister – die Jungen und die Alten – lasst euch warnen. Der Widersacher ist ein Übertreiber, kann er eine Sache nicht verhindern, versucht er sie zu übertreiben, sie ins Gegenteil zu verzerren. Entweder schiebt er euch über das Ziel hinaus (dem Wort hinzufügen) oder er macht euch gleichgültig (das Wort verwässern und verkürzen). Mir ist aufgefallen, dass es oftmals gerade bei eifrigen jungen Christen schnell zu einer Übertreibung kommt. So wichtig es ist, gesunde Lehre und Bibelstudium zu vertiefen, liegt doch eine Gefahr darin – die intellektuelle Verführung. Brüder, lasst euch niemals durch Titel und Namen blenden – gerade im geistlichen Bereich. Gott gibt durch sein Wort und den heiligen Geist alles was wir brauchen. In Christus und seinem Wort finden wir alles Nötige. Bei aller wertvollen Literatur (die ich auch selbst sehr schätze) vergesst nie, dass nur das Wort Gottes besteht und bleibt, dass nur darin absolute Wahrheit zu finden ist. Gebet, Bibelstudium (wir müssen die Bibel gewiss nicht auswendig lernen, aber ihr bedingungslos glauben – Joh. 17,17) und das echte und tiefe Vertrauen auf unseren auferstandenen HERRN Jesus Christus sind die „Säulen unserer Reformation“. Auch wenn ich die Lehren der Gnade glaube und sie in der Schrift klar zu finden sind, so gibt und gab es doch auch Menschen, die sie bekannten und doch anders handelten. Wie wichtig ist heute das Wort Luthers: „Der Glaube sieht aufs Wort – nicht auf die Prediger.“ Ich möchte euch noch dazu sagen: der Glaube sieht aufs Wort – nicht auf die Prediger und nicht auf sich selbst.
Wir haben dringend Einfalt zu unserem Herrn Jesus Christus nötig. Wir brauchen weder eine Bibelschulausbildung noch theologische Seminare noch Christen mit hohem Bekenntnis und schwachen Lebenszeugnis. Der HERR wird uns heiligen und er kann uns zum Dienst führen. Aber ER braucht uns nicht, er ist nicht auf dich oder mich angewiesen. ER kann aus Steinen bessere Diener des Evangeliums machen wie aus uns. Gott hat nicht nötig das man ihn bediene! Zu aller erst will Gott dich persönlich verändern – in das Bild seines geliebten Sohnes. Und dienen darfst du, wenn ER es will und wenn ER den Zeitpunkt dafür gekommen hält, auf die Weise die ER bestimmen wird. Und dann wirst du dabei für Lob und Spott gleichermaßen unempfänglich sein. Gott tut alles zu SEINER Ehre. Und er handelt mit und am einzelnen Menschen ganz persönlich. Mit dir und mir. Darum habt acht in diesen letzten Tagen! Folgt nicht der abgefallenen Kirche und folgt nicht denen, die sich mit Lehre und Erkenntnis schmücken, aber die Ehre voneinander nehmen. Die Bibel, und der heilige Geist, der uns gegeben ist, sind ausreichend. Der HERR selbst wird uns lehren und führen. Prüft alles! Wirklich ALLES anhand der Schrift.
Und seht bei jedem Autor oder Führer auf sein Leben und seine Reden. Stimmt es mit seinen Büchern überein? Oder hat er im Glauben vollendet? (Hebr. 13,7). Besonders bedauerlich finde ich als aktuelles Beispiel John Pipers* Einladung an Rick Warren (näheres siehe hier). Darum passt auf was ihr lest, prüft die Geister! Viele „große“ Namen sind schon gefallen und werden noch fallen weil sie die Einfalt gegenüber Christus verloren haben. Sie haben sein Wort nicht mehr ernst genommen, sie glauben nicht allem was geschrieben steht oder sie haben sich so lange damit beschäftigt das sie meinen nun alles (ungeistliche) genau beurteilen zu können. Das ist gefährlich. Wir müssen nicht alles wissen und können es auch nicht. Lasst uns die Dinge meiden, von denen wir offensichtlich wissen, das sie nicht aus Glauben sind (Röm. 14,23). Auch wenn es wichtig ist zu lernen, nicht stehen zu bleiben und zu wachsen durch den Glauben, so ist dies doch das Werk Gottes an uns – nicht allein unser Bemühen. Wir sollten vor allem kämpfen gegen Sünde und Versuchung, gegen uns selbst und unseren Wunsch mehr sein zu wollen, jemand darstellen zu wollen, bekannt sein zu wollen (Matth.18,3). Ich möchte euch noch einmal ganz besonders diese kurze Predigt von Bob Jennings empfehlen, schaut sie euch an und betet darüber. Der HERR wird uns fest gründen und bewahren wenn wir in Einfalt an IHM und seinem Wort festhalten.
Lasst uns nicht die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren. Alles fängt mit kleinen Füchsen an. Und ein paar berühmte kleine Füchse sind die Selbstsicherheit und die Selbstgefälligkeit – sie haben schon so manchen Weinberg verdorben. Am Ende doch noch ein Buchtipp von mir für euch: „Die Pilgerreise“ von John Bunyan. RM
*nachträglich sei von mir gesagt - um Missverständnisse zu vermeiden - dass ich persönlich John Piper für einen Mann Gottes halte, und seine Bücher nicht ablehne, sondern sehr erbaulich finde, was mich aber wiederum nicht davon abhält, diese und kommende Werke selbst an der Schrift zu prüfen. So wie es jeder Gläubige tun sollte.
"Habe ich nun leichtfertig gehandelt, als ich mir dies vornahm? Oder mache ich überhaupt meine Pläne nach dem Fleisch, so dass bei mir das Ja Ja auch Nein Nein wäre?
Doch Gott ist treu, so dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein gewesen ist! Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der durch uns unter euch verkündigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist das Ja geschehen.
Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt — in ihm ist das Ja, und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns! Gott aber, der uns zusammen mit euch in Christus fest gegründet und uns gesalbt hat, er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben.
Ich berufe mich aber auf Gott als Zeugen für meine Seele, dass ich, um euch zu schonen, noch nicht nach Korinth gekommen bin. Nicht dass wir Herren sein wollten über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr steht fest im Glauben." (2, Korinther 1,17-24)
"Und eine solche Zuversicht haben wir durch Christus zu Gott; nicht dass wir von uns selber aus tüchtig wären, so dass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig." (2. Korinther 3,4-6)


